Möwenlocken

„Heut gehts raus!“, so sprach die Liebste
„an die See, hier ist’s zu tot,
sei so gut, mein Schatz und gibste
mal die Tüte mit dem Brot!“.

Ah! Wir gehen Möwen locken
mittels harter Semmelbrocken
Winterstrand in dicken Socken
statt trübe in der Stube hocken

Rasch die Kamera gepackt
ins Auto rein und ab – geschwind –
bevor die ‚Lust auf Raus‘ versackt
und auf der Fernsehcouch verrinnt!

Aus dem Auto an den Strand
Die Tüte mit dem Brot zur Hand
Der Wind weht steif, fast wie ne Wand
und unter mir ist Schnee, statt Sand!

Sie haben scheint mir ein Organ
das zuverlässig und präzis
das Tütenrascheln orten kann,
ich stehe still, und ich geniess:

Wie sie in Schwärmen um mich toben!
Die Schreie meine Brötchen loben!
Manche am Grund, die meisten oben
…im Himmelsblau!
ich bin ergriffen
wie sehr das Leben uns beschenkt
wir sind zu taub, zu abgehoben
…Im Himmelsblau
die Möwen seh’n
zu atmen.
Leben!

Dieser Beitrag wurde unter Gedichte veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert